Gastlichkeit, Pendel, Boden

Artland, Privathof

Click to zoom

Hofstelle im Artland: Denkmalschutz und zeitgemäßes Wohnen im Einklang

Eine historische Fachwerk-Hofstelle im Artland, jahrelang von Verfall und Bewuchs gezeichnet, wurde in enger Zusammenarbeit mit Architekt Klaus Keller (Quakenbrück) denkmalgerecht saniert und in ein zeitgemäßes Wohnhaus verwandelt. Diele, Flett und Kammerfach wurden nach dem Vorbild der traditionellen norddeutschen Bauernhausarchitektur wiederhergestellt, originale Bauteile restauriert und wieder eingebaut.

Für die Beleuchtung entwickelte stglicht ein ganzheitliches Lichtkonzept, das die konstruktive Logik des Fachwerks sichtbar macht und die Geschichte des Hauses atmosphärisch erlebbar werden lässt.

Licht und Schatten als Gestaltungsprinzip
Helle Wand- und Bodenflächen werden gezielt aufgehellt, während die dunklen Holzbalken das Licht aufnehmen und als tragende Struktur hervortreten. In der ehemaligen Tenne - heute Essbereich - sorgen zurückhaltende, dunkel gehaltene Deckenleuchten für eine ruhige Grundhelligkeit, während verdeckt installierte LED-Wallwasher die Wandflächen weich akzentuieren. Ein DALI-basiertes Steuerungssystem ermöglicht den Wechsel von einer neutralen, tageslichtorientierten Stimmung tagsüber zu warmem, kerzenlichtähnlichem Licht am Abend.

Maßgeschneiderte Leuchten für den Bestand
Über dem zentralen Esstisch schwebt ein eigens entwickeltes Ensemble aus rund 35 filigranen Leuchtelementen aus gegossener Bronze mit Acrylstab - in ihrer Anmutung freischwebenden Kerzen nachempfunden. Schlanke Lichtstelen entlang der Holzständer setzen vertikale Akzente, ohne die Ruhe des Raumes zu stören. In der Küche schaffen zylindrische Pendel- und Wandleuchten mit präziser Glaslinse funktionale Klarheit - ein Motiv, das sich in Schlaf- und Gästeräumen fortsetzt. Im Eingangsbereich sorgt ein rund 1,20 Meter großer, filigraner Radleuchter für eine gleichmäßige, blendfreie Grundhelligkeit, im Flett vereint eine individuelle Leuchte über dem Lesetisch Raum- und Funktionslicht.

Ergebnis
Entlang der langen Blickachse vom Scheunentor bis zum Kamin begleitet das Licht die räumliche Großzügigkeit des Hauses und unterstreicht seine neue Offenheit. Entstanden ist ein fein austariertes Zusammenspiel aus Funktion und Atmosphäre, das die historische Substanz respektiert und ihr zugleich neue Präsenz verleiht: getragen von Geschichte, geformt durch Handwerk, inszeniert durch Licht.

Kunde
Privat

Architekt
Klaus Keller, Quakenbrück

Umsetzung
2022

Fotograf
Wolfgang Köhler